Mit den Ostbelgiern Raphaël Kötters und Nick Braun in der Startsieben haben die Roten Wölfe dem Olympiazweiten und Vizeeuropameister zunächst Paroli geboten. Zum Auftakt der Qualifikation für die Handball-EM 2028 unterlag Belgien Deutschland am Donnerstagabend in Berlin mit 32:42 (18:22). Kötters traf viermal, der ebenfalls nominierte Kaj Kriescher fehlte verletzt.

Vor 12.684 Zuschauern in der Uber Arena musste Belgien früh einem Rückstand hinterherlaufen. Deutschlands Torhüter David Späth parierte früh zweimal, Kapitän Johannes Golla erzielte in der zweiten Minute das erste Tor. Belgien fand aber immer wieder Lücken in der deutschen Abwehr. Kötters, der in Frankreich für Tremblay Handball spielt, glich in der zehnten Minute zum 4:4 aus. Als Stef Jaeken auf 12:15 verkürzte, rief Bundestrainer Alfred Gislason seine Mannschaft in einer Auszeit zusammen. „Das ist kein Freundschaftsspiel, das ist ein Quali-Spiel“, sagte er seinen Spielern.

Braun, der für den deutschen Drittligisten HSG Krefeld Niederrhein spielt, schwärmte nach der Partie bei ProSieben von der Kulisse. „Es war überragend. Die Stimmung in der ausverkauften Halle war toll – es war eine sehr, sehr tolle Erfahrung. Es hat großen Spaß gemacht.“
Bis zur Pause erzielte Sébastien Danesi sieben der 18 belgischen Tore, fünf davon per Siebenmeter. Im belgischen Tor hielt Arthur Vanhove unter anderem einen Siebenmeter von Lukas Zerbe. Gleich nach Wiederbeginn parierte er auch den Versuch von Tim Freihöfer. Danesi nutzte die Gelegenheit zum 19:22. Anschließend verteidigten die Deutschen aggressiver, und Belgien musste sich seine Würfe zunehmend erarbeiten. Auf der Gegenseite fand vor allem Marko Grgic immer wieder den Weg zum Tor. Mit sieben Treffern war er Deutschlands bester Werfer.

Kötters kassierte in der 38. Minute eine Zeitstrafe. Danach verwandelte er in der 42. Minute einen Siebenmeter zum 23:28 und erzielte in der 45. Minute mit dem 25:30 sein viertes Tor. Beim Stand von 26:33 nahm Belgiens Nationaltrainer Cherif Hamani eine Auszeit. Der für Kötters ins Spiel gekommene Kobe Serras traf anschließend aus dem Rückraum. Mit zunehmender Spielzeit schwanden bei Belgien die Kräfte. Beide Trainer wechselten durch, die Gastgeber hielten dabei das Tempo hoch. Bei Belgien kam Milan De Grave zu seinem Debüt im Tor, nachdem Vanhove bis zu seiner Auswechslung mehrere deutsche Abschlüsse entschärft hatte.